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Die Relation von Gewalttaten in Deutschland
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schelm
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Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 4313

BeitragVerfasst am: 23 Nov 2006 - 21:31:30    Titel:

@ v2.web :
Zitat:
Mit der Darstellung der Gewalttaten in den amtlichen Statistiken und Medien hat das immer noch nichts zu tun.


Als Verfechter des ( utopischen ) Kommunismus sollte dir auch folgende passende Anmerkung von Lenin geläufig sein :

Während seiner Haftzeit in einem Lager bemerkte Lenin zu seinen spöttischen Mitgefangenen , welche sich darüber lustig machten , dass er immer zuerst die ältesten Zeitungen las : Ihr könnt mir zwar sagen was passiert ist , ich jedoch warum ....

M.f.G. Schelm Wink
v2.web
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Anmeldungsdatum: 21.10.2006
Beiträge: 909

BeitragVerfasst am: 23 Nov 2006 - 21:37:22    Titel:

Ja und? Ich les auch immer die ältesten Zeitungen zuerst, bin kein Leninfetischist, und kann Dir deshalb auch sagen das das ausweichen auf andere Themen ja eben auch ein Kritikpunkt dieser verblendeten Antideutschen ist der hier ständig den Mulitkultirealos vorgehalten wird, bisher aber anscheinend ungehört... ...ich kenn sowas von meiner Oma(*).

(*)Man darf rechtes Gedankengut einfach nicht rechtes Gedankengut nennen, sonst ist man ein ungezogener Bengel
Bürger
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Anmeldungsdatum: 27.11.2005
Beiträge: 2016
Wohnort: Dortmund

BeitragVerfasst am: 24 Nov 2006 - 05:06:57    Titel:

schelm hat folgendes geschrieben:
Fazit : Rund 40% der Bevölkerung müssen also zur Umschulung unter deiner Leitung. Gedankenverbrecher lauern überall.

M.f.G. Schelm


Pardon, aber das müssen die Leute schon selber lernen, ich stelle nur die Notwendigkeit fest. Es ist offensichtlich, dass unsere Gesellschaft Migranten beachteiligt und das fremdenfeindliches Verhalten stärker verbreitet ist, die Schätzungen reichen von 15% bis zu 40%.

In der Regel sind berufliche oder private Erfolge vielversprechende Rezepte um Fremdenfeindlichkeit abzubauen. Es gibt natülich Zeitgenossen, die schon so auf ihre Fremdenfeindlichkeit fixiert sind, dass selbst beruflicher Erfolg keinen Sinn ergibt. Hier müssten die Betroffenen Hilfe suchen.

Vielleicht sollten wir mit Migranten reden. 6 Wochen leben, arbeiten und wohnen in einer typischen Migrantenfamilie türkischer Herkunft, das wäre vielleicht eine Idee.

Über den Preis können wir reden, sagen wir 10.500€ inclusive Verpflegung, Übernachtung und eine stilechte Arbeitsstelle.


Mit freundlichen Grüßen
ein
Bürger
Rashida
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Anmeldungsdatum: 05.02.2006
Beiträge: 764
Wohnort: Paderborn

BeitragVerfasst am: 24 Nov 2006 - 09:33:35    Titel:

Gestern Mittag gab es dazu etwas sehr interessantes auf WDR. Die Rolle der Medien und das Thema europäische Integration.

Ich weiss nicht genau, ob der Livestream funktioniert, einfach mal ausprobieren, wer Interesse hat.

http://www.wdr.de/themen/homepages/integration_medienkonferenz.jhtml
schelm
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Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 4313

BeitragVerfasst am: 24 Nov 2006 - 12:13:52    Titel:

@ Bürger :
Zitat:
Vielleicht sollten wir mit Migranten reden. 6 Wochen leben, arbeiten und wohnen in einer typischen Migrantenfamilie türkischer Herkunft, das wäre vielleicht eine Idee.


Typischen ? Na na , du willst doch wohl keine Vorurteile züchten ? Meine direkten Wohnnachbarn sind türkischer Herkunft , sehr freundliche , unauffällige und deutsch sprechende Zeitgenossen mit einer modernen , hochwertigen Wohnausstattung , die ich ( Neidfrei) auch gern hätte ....

M.f.G. Schelm
Senfhead
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Anmeldungsdatum: 15.08.2005
Beiträge: 49

BeitragVerfasst am: 24 Nov 2006 - 13:03:38    Titel:

nochmals:

Ich habe letztens einen Artikel gelesen, indem stand, dass die extremistischen gruppen sich gegeneinander immer mehr attakieren..
sprich dass sich gewalttaten und links und rechts erhöhen..
könnt ihr dem zustimmen?
Bürger
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Anmeldungsdatum: 27.11.2005
Beiträge: 2016
Wohnort: Dortmund

BeitragVerfasst am: 24 Nov 2006 - 17:04:43    Titel:

Lamasshu hat folgendes geschrieben:
Bürger hat folgendes geschrieben:
Vielleicht sollten wir mit Migranten reden. 6 Wochen leben, arbeiten und wohnen in einer typischen Migrantenfamilie türkischer Herkunft, das wäre vielleicht eine Idee.


Keinesfalls eine neue Idee, sogar die Öffentlich-Rechlichen haben das Format bereits in einer "der Völkerverständigung dienlichen Doku-Soap" umgesetzt. Darin ging es um eine junge Frau, die für einen ähnlichen Zeitraum in eine "typische türkische Familie" ging und dort sowohl auf Schnitzel und Make-up verzichtete, das Kopftuch anlegte und sich den Geboten unterwarf, die auch für die übrigen weiblichen Wesen im Haushalt golten. Der Ausflug in diese Welt war für die junge Dame äußerset spannend, aber sie war sehr froh dort nicht bleiben zu müssen.

H. Broder kommentierte diese Serie übrigens sehr spöttisch als syntomatisches Verhalten unserer Gesellschaft und fragt sich eher, warum es kein gegenläufiges Format, folglich dass eine junge türkische Frau für sechs Wochen ein einer "typisch deutschen Familie" lebt, gibt. Offenbar sei die Toleranz oder auch nur Akzeptanz zur Auseinandersetzung mit anderen Wertverständnissen etwas ungleich verteilt, meint er dazu.



Broder? Ein klassisches Phänomen eines medienzentrierten Zeitalters. Ich halte nichts von seinen flaspsigen Sprüchen, für die er schon manches Mal einen juristischen Denkzettel verpasst bekommen hat, ganz gleich übrigens, ob er nach links oder rechts austritt. Broder mag also denken oder verbreiten, was er so meint, ich denke die Antwort liegt auf der Hand. Migranten und Nichtmigranten sind nicht gleichberechtigt und haben nicht die gleichen Chancen. Die Nichtmigranten dominieren die Gesellschaft und bestimmen im Großen und Ganzen die Regeln, die Klischees und Vorurteile. Ein Vorurteil ist zum Beispiel dass alle türkischen Mädchen und Frauen Kopftücher tragen, das sich in diesem Spruch Broders äussert. In vielen Familien tragen die Frauen keine Kopftücher, manchmal ist das aber auch eine Frage der Generation. Die Verbereitung des Kopftuches in den letzten Jahren ist wohl eher als Reaktion zu sehen, das hat sich unsere Gesellschaft selbst zuzuschreiben mit den unsinnigen Forderungen nach einem Verbot des Kopftuches in möglichst vielen Bereichen der Gesellschaft. Man hat also das Gegenteil erreicht, von dem was man wollte. Ebenso sind die Gangs in Schulen als Reaktion einer feindlichen Umwelt zu begreifen und auch drauf haben viele Zeitgenossen Blockwartdenken aks Antwort, verbieten, einsperren, zwingen, ausweisen etc.. Das ist aus Sicht einer bestimmten engstirnigen Sichtweise aus nachvollziehbar und retoniert die üblichen Stammtischphrasen. Es ist nur der falsche Weg. Wer sich schon einmal mit der Nachbildung dynamischer Gleichgewichte beschäftigt hat, versteht das besser. Die Ursache für eine solche Reaktion im Extremen liegt in der fremdenfeindlichen Umgebung, nicht in der Mentalität der Betroffenen. Daher sind ein härteres Vorgehen auch wie es ein für seine medienwirksamen Phrasen berühmter Broder impliziert nicht das Mittel der Wahl, sie gehen am Problem vorbei.

Die Fremdenfeindlichkeit ist die Ursache für viele Veränderungen, ein Abbau der Fremdenfeindlichkeit bewirkt einen Rückgang der Kopftuchträger als auch einen Rückgang entsprechender Gangs, als auch einen Rückgang rechtsextremer und fremdenfeindlicher Gewalt. Hier liegt also eine Schlüsselfunktion vor, mathematisch formuliert bedeutet diee Änderung der Fremdenfeindlichkeit nach der Zeit eben eine entsprechend große Änderung der anderen Poolgrößen, weil Fremdenfeindlichkeit eine maßgebliche Ursache für den Rückzug auf alte Werte bewirkt und auf der anderen Seite der Einstieg zum Rechtsextremismus öffnet.

Was aber jetzt vorgeschlagen wird, mit lautem Getöse und Geschimpfe gegen einen vermeintliches Versagen multikuktureller Konzepte und einem gegenseitigen national-verklärtem auf die Schulter-Geklopfe und gegenseitiger Versicherung man dürfe jetzt wieder ungeniert nationale Grunzgeröusche von sich geben erreicht man nur eine höhere Eskalationsstufe und eine Scheinberuhigung, nichts wird durch solche dumpfen Phrasen gelöst. Die Probleme verschärfen sich nur, auch wenn diejenigen die schon immer so gedacht haben sich nun wohlig zurücklehnen, das ist eine Selbsttäuschung.

Probleme werden nicht dadurch gelöst indem man es den anderen so richtig einmal zeigt, der Grundgedanke aller dieser Phrasen angefangen von Broders fragwürdigen Statements bis zu den Erleichterungserlärungen man dürfe jetzt endlich wieder über Ausländer herziehen, sondern nur indem wir das Kernproblem anpcken, die Fremdenfeindlichkeit als solche.

In Paris haben wir gesehen, das Sprachkenntnisse und gute Schuldbildung nichts bewirken, wenn Fremdenfeindlichkeit ganze Gruppen vom gesellschaftlichen Leben ausschließt. Die Ursache liegt natürlich in der Fremdenfeindlicheit der direkten und der indirekten Schere im Kopf, indem man Fremden den Zugang zu entsprechenden Stellen, in denen sie mit kunden in Kontakt treten einschränkt oder erst gar nicht zulässt.

Die logische Schlussfolgering lautet also, Integration kann ohne massiven Abbau von Fremdenfeindlichkeit nicht wirklich ohne erhebliche Probleme funktionieren. Da wir aber gesehen haben, dass sich Fremdenfeindlichkeit unabhängig von dem Verhalten der Fremden aufbaut, kann eine weiterer Druck auf die Migranten nicht die Lösung bringen. Statt Stärkung des nationalen Egos von Seiten der Politik, u.U. um vor internen Problemen abzulenken, bedarf eines eines intensiven Kampagne um Fremdenfeindlichkeit abzubauen, mit entsprechenden Fernsehspots und einer Aufklärung die sich gegen die Klischees und Vorurteile richtet, etwa in der Qualität und Intensität mit der vor der Fußballweltmeisterschaft in ZDF und ARD dafür geworben wurde. Das wäre eine Maßnahme die erfolgversprechend erscheint, weil sie an den Ursachen ansetzt und nicht an den Symptomen kuriert. Als langfristige Maßnahmen gilt es Perpektiven zu schaffen, damit der Hang sich einen Sündenbock zu suchen minimiert wird.


Mit freundlichen Grüßen
ein
Bürger
Lamasshu
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Anmeldungsdatum: 23.12.2005
Beiträge: 4006

BeitragVerfasst am: 24 Nov 2006 - 19:22:32    Titel:

Bürger hat folgendes geschrieben:
In vielen Familien tragen die Frauen keine Kopftücher, manchmal ist das aber auch eine Frage der Generation. Die Verbereitung des Kopftuches in den letzten Jahren ist wohl eher als Reaktion zu sehen, das hat sich unsere Gesellschaft selbst zuzuschreiben mit den unsinnigen Forderungen nach einem Verbot des Kopftuches in möglichst vielen Bereichen der Gesellschaft. Man hat also das Gegenteil erreicht, von dem was man wollte.
[...]
Die Fremdenfeindlichkeit ist die Ursache für viele Veränderungen, ein Abbau der Fremdenfeindlichkeit bewirkt einen Rückgang der Kopftuchträger als auch einen Rückgang entsprechender Gangs, als auch einen Rückgang rechtsextremer und fremdenfeindlicher Gewalt.


Wenn ich das recht herauslese bist du demnach der Ansicht, dass das Tragen eines Kopftuches heute zu einem nicht unerheblichen Anteil als Protest gegen eine empfundene Diskriminierung zu sehen ist? Dass es zwischen den Generationen unterschiedlich ist, ist festzustellen. Aber keineswegs einzig so, dass es die Mutter trägt aber die Tochter nicht. Auch der umgekehrte Fall tritt zuletzt immer häufiger auf, bis hin zum freiwilligen Tragen der Ganzkörperverhüllung junger Mädchen.

Bisher habe ich die "Radikalisierung" einer steigenden Zahl muslimischer Jugendlicher als identitätsstiftendes Element verstanden, welches insbesondere auch mit der steigenden Arbeitslosigkeit unter Migranten und dem damit verbundenen Verlust der elterlichen Autorität einhergeht, verstanden.
Aber ich bin lernfähig und lasse mich gerne von einer Erhebung oder auch - zugegeben sehr induktiv - dem Urteil der hier durchaus vertretenden muslimischen weiblichen Usern überzeugen.
Bürger
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Anmeldungsdatum: 27.11.2005
Beiträge: 2016
Wohnort: Dortmund

BeitragVerfasst am: 24 Nov 2006 - 20:25:25    Titel:

Lamasshu hat folgendes geschrieben:
Bürger hat folgendes geschrieben:
In vielen Familien tragen die Frauen keine Kopftücher, manchmal ist das aber auch eine Frage der Generation. Die Verbereitung des Kopftuches in den letzten Jahren ist wohl eher als Reaktion zu sehen, das hat sich unsere Gesellschaft selbst zuzuschreiben mit den unsinnigen Forderungen nach einem Verbot des Kopftuches in möglichst vielen Bereichen der Gesellschaft. Man hat also das Gegenteil erreicht, von dem was man wollte.
[...]
Die Fremdenfeindlichkeit ist die Ursache für viele Veränderungen, ein Abbau der Fremdenfeindlichkeit bewirkt einen Rückgang der Kopftuchträger als auch einen Rückgang entsprechender Gangs, als auch einen Rückgang rechtsextremer und fremdenfeindlicher Gewalt.


Wenn ich das recht herauslese bist du demnach der Ansicht, dass das Tragen eines Kopftuches heute zu einem nicht unerheblichen Anteil als Protest gegen eine empfundene Diskriminierung zu sehen ist? Dass es zwischen den Generationen unterschiedlich ist, ist festzustellen. Aber keineswegs einzig so, dass es die Mutter trägt aber die Tochter nicht. Auch der umgekehrte Fall tritt zuletzt immer häufiger auf, bis hin zum freiwilligen Tragen der Ganzkörperverhüllung junger Mädchen.

Bisher habe ich die "Radikalisierung" einer steigenden Zahl muslimischer Jugendlicher als identitätsstiftendes Element verstanden, welches insbesondere auch mit der steigenden Arbeitslosigkeit unter Migranten und dem damit verbundenen Verlust der elterlichen Autorität einhergeht, verstanden.
Aber ich bin lernfähig und lasse mich gerne von einer Erhebung oder auch - zugegeben sehr induktiv - dem Urteil der hier durchaus vertretenden muslimischen weiblichen Usern überzeugen.


Das eine schließt das andere nicht aus, sondern ist nur letztlich die Konsequenz. Eine feindliche Umwelt zwingt muslimische Jugendliche zu einer Besinnung auf sich selbst und daraus resultiert dass sie diesem Gefühl, wir sind auch etwas wert, etwas suchen. Männliche Jugendliche suchen zum Teil ihr Selbstwertgefühl über eine entsprechend köperrbetonte und an Statussysmbolen orientierten Lebensweise zu erhalten, Mädchen und Frauen neuerdings eben auch durch Kopftücher.

Wenn wir die Frage stellen, warum orientieren sich muslimische oder türkische Mädchen gerade an diesem Symbol, dann kommt die Alltagsfremdenfeindlichkeit als Ursache zum Tragen. Welcher sonstigen Jugendbewegungen sollen sie sich anschließen? Londsdale Klamotten tragen? Das kann es dann doch wohl nicht sein. Das es dann das Kopftuch wurde, dass ist einfach, weil das Kopftuch provoziert. Hätten wir das nicht verboten, hätte sich vieleicht eine anderes Symbol aus einer ganz anderen Bewegung etabliert.

Für mich hat das Kopftuch damit ganz unterschiedliche Bedeutungen. Während es für die tumbesten fremdenfeindliche denkenden Zeitgenossen ein Erkennungsmerkmal eines unbegründeten Hasses darstellt, für Frauenrechtlerinnen ein Symbol einer Gesellschaft darstellt, in denen Fauen wesentlich weniger Rechte haben, für viele muslimische Frauen die in traditionellen Rollenverhalten aufwachsen einfach ein seölbstverständliches Kleidungsstück, das eine gesittete Frau nun mal halt trägt, für Frauen die aus den traditionellen Rollen ausbrechen wollen ein Symbol für ihre Unterdrückung darstellt, für manche junge Frauen die im Westen unter dem Druck einer ausländerfeindlichen Umgebung aufgewachsen sind ein identitätsstiftendes Symbol dass sich gegen diejenige Gesellschaft als Provokation richtet, die sie ungrecht und feindlich behandelt und für viele derjenige die eine Art versteckter Fremdenfeindlichkeit pflegen ein beliebtes Argument um ein Diskreditierungsmerkmal zu besitzen ohne die Feindseligkeit offener zuzugeben, für viele naivgläubige Bildzeitungsleser ein Symbol für Selbstmordattentäter und für eine Minderheit unter den Muslimen in der Tat ein Symbol für den Kampf des Islams gegen den Westen beschreibt.

Das letzte Motiv, das kaum in Erscheinung tritt wir aber als Grund angegeben, um es in Schulen und öffentlichen Einrichtungen zu verbieten. Die anderem Gründe sind wahrscheinlich die ausschlaggebenden, aber die würden als Grund nicht reichen um es zu verbieten. So wollen Frauenrechtlerinnen das Symbol nicht verbieten lassen weil es ein islamistisches Symbol ist, sondern weil es in ihren Augen ein Symbol, der Unterdrückung der Frau darstellt, fremdenfeindlich orientierte Zeitgenossen wollen es verbieten nicht, weil es ein islamistisches Symbol ist, sondern weil Verbote die sich gegen die verhassten Fremden richten immer berfürwortet werden. Sich an Israel orientierende Zeitgenossen wollen das Koftuch verbieten lassen, nicht weil es ein islamistisches Symbol ist, sondern weil es sich gegen den Isam richtet und sie im Islam die Feinde ihres Landes wiedererkennen und daher ein natürliches Interesse daran haben, dass der Islam eingeschränkt wird und mancher Lehrer und Intellektueller, weil es eine letztendlich doch recht naive Vorstellung von Demokratie besitzt oder zuwenig Courage besitzt, um gegen den Zeitgeist in Opposition zu treten.

Niemand achtet aber darauf, wie sich die Muslime fühlen, wir sind alle mit uns selbst beschäftigt und fragen nicht einmal nach. Insbesondere jüngere Muslime fühlen sich von der sie umgebenden Gesellschaft durch den Krieg gegen das Kopftuch bevormundet und in ihren Ausdrucksmöglichkeiten eingeschränkt.

Die Traditionalisten reiben sich die Hände. Wir haben ihnen mit unserer wenig Gelassenheit austrahlenden Kopftuchdebatte in die Hände gespielt. Das stärkt ihren Einfluss auf die Jugend, den sie schon verloren glaubten und schwächt unsere Chancen. Wir drohen den Kampf um die Herzen der neuen Migrantengenerationen zu verlieren und dann wird es erst richtig problematisch.

Wir sind verantwortlich für die Ausbreitung des Kopftuches, weil wir als Gesellschaft das Selbstwertgefühl dieser Migrantengeneration durch die Toleranz einer Alltagsfremdenfeindlichkeit angegriffen haben ohne etwas dafür zurückzugeben, ohne massiv gegen die Fremdenfeindlichkeit vorzugehen, ohne mit entsprechende Kampagnen Fremdenfeindlichkeit endgültig auf den Mülleimer befördert zu haben und die Migrantan als aktiven teil unserer Gesellschaft eingebunden haben.

Wir müssen die Herzen der Migranten zweiter, dritter und vierter Generationen gewinnen, d.h. wir müssen dafür aktiv etwas unternehmen und uns nicht in tumber neu gewonnener Deutschtümellei räkeln. Wir müssen sie gewinnen, weil sie ein nicht unerheblicher Teil unserer Zukunft sind und wir auf Migration angewiesen sein werden. Im Moment glänzen wir durch national religiös an mittelalterlichern Kreuzzügen verzerrte Rechthaberei. So gewinnen wir keine Herzen von Migranten, sdo überzeugen wir sie nicht von den Vorteilen unserer demokratischen Grundordnung.

Wir sind gefordert Fremdenfeindlichkeit massiv abzubauen und ihr entgegenzutreten und zwar durch positive Beispiele und Kampagnen, durch die Schaffung von Perspektiven für alle Menschen. Das baut Fremdenfeindlichkeit und Islamisierung gleichermaßen ab.

Nur um es klarzustellen, ich bin kein Befürworter eines Kopftuches, überhaupt nicht. Ich bin aus den genannten Gründen aber ein entschiedener Gegner entsprechender Verbote.

Mit freundlichen Grü0en
ein
Bürger
Rashida
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Anmeldungsdatum: 05.02.2006
Beiträge: 764
Wohnort: Paderborn

BeitragVerfasst am: 24 Nov 2006 - 23:44:48    Titel:

Lamasshu hat folgendes geschrieben:

Bisher habe ich die "Radikalisierung" einer steigenden Zahl muslimischer Jugendlicher als identitätsstiftendes Element verstanden, welches insbesondere auch mit der steigenden Arbeitslosigkeit unter Migranten und dem damit verbundenen Verlust der elterlichen Autorität einhergeht, verstanden.
Aber ich bin lernfähig und lasse mich gerne von einer Erhebung oder auch - zugegeben sehr induktiv - dem Urteil der hier durchaus vertretenden muslimischen weiblichen Usern überzeugen.


Die Radikalisierung gibt es ohne Zweifel. Mir scheint es, als hätte es gerade in den letzen 4 - 5 Jahren einen erhöhten Anstieg gegeben.
Aber woran liegt das? Ich kann da ehrlich gesagt nur spekulieren, denn mir liegen keine Statistiken vor, auch keine, die meine persönliche Meinung unterstützen würden. Ich kann da wohl nur erzählen, was mir persönlich aufgefallen ist.
Ob es tatsächlich, die Arbeitslosigkeit ist ? Ich weiss nicht, unter Migranten, gab es schon immer eine hohe Arbeitslosigkeit. Mir fällt die Radikalität aber auch in sogenannten "höheren" Kreisen auf, was, gesetzt den Fall, es ist nicht nur eine rein subjektive Empfindung meinerseits, die These mit der Arbeitslosigkeit oder aber dem Problem der sozialen Ausgrenzung widersprechen würde.

Persönlich, habe ich in den letzten Jahren bemerkt, dass die Frage nach dem: Wer bist du und vor allem: Was bist du? Immer größer geworden ist. Während ich mich nicht daran erinnern kann, vor etwas mehr als 2 Jahren, jemals nach meiner Religion oder ähnlichem gefragt worden zu sein, hat sich dies stark verändert. Plötzlich spielt es eine Rolle, vielleicht liegt es daran, dass ich nun in einer "katholischen" Stadt lebe und hier die Uhren noch anders ticken. Aber bei Gesprächen mit Bekannten, die in anderen Städten studieren, kam heraus, dass es nicht nur mir aufgefallen war.
Woher kommt das? Ich bin ganz ehrlich, ich denke, diese ständigen Diskussionen, Westen - Osten, Orient und Okzident, Religion oder nicht Religion, Islam oder Christentum, spielt da eine wichtige Rolle. Aufeinmal, muss man sich darüber Gedanken machen: Was bin ich? Wer bin ich? Wohin gehöre ich?
Die unterschwelligen Abneigungen gegen alles, was anders ist, als man selbst, werden teilweise viel offensichtlicher, wie auch nicht? Muss man sich heutzutage nicht ständig damit auseinandersetzen, sei es in den Medien oder auf der Straße.

Muslime sind, in Deutschland und anderen europäischen Staaten eine ( teilweise große ) Minderheit. Diese Minderheit, die nach allem was in den letzen Jahren vorgefallen ist, mit der härtesten Vorwürfen kämpfen muss ( das ist jetzt frei von jeglicher Wertung, denn darum geht es hier nicht). Wenn Leute erzählen, dass sie, wenn sie in ein sogenanntes "Türkenviertel" gehen, soetwas wie Abneigung spüren, oder sogar Feindlichkeit, so fühlt die andere Seite auch nicht viel anders. Und dann haben wir da die junge Generation, hier in Deutschland geboren, aber mit Migrationshintergrund. Diese Jugendlichen stellen sich nun auch die Frage. Von allen Seiten werden sie beeinflusst. Es gibt die eine extreme Seite, die glaubt, sie müssten alles abschütteln, was sie irgendwie nicht Deutsch erscheinen lässt ( ich habe Freundinnen, die wenn sie mit ihren Eltern telefonieren, dass Zimmer verlassen, weil sie sich schämen auf einer anderen Sprache zu sprechen. Die ihren Namen hassen, weil er nicht deutsch genug ist und ihnen nur Probleme macht. Die sich einfach schämen).
Das andere Extrem ist der festen Überzeugung, hier in Deutschland niemals zuhause sein zu können ( sie glauben, sie müssten alles deutsche ablehnen und sich auf ihre "Ursprünge" zurück besinnen.)
Diese Ablehnung beinhaltet leider auch oft die Ablehnung der hier vorherrschenden Werte und Normen.
Beide sind Extrembeispiele und dazwischen gibt es eine riesige Grauzone die weder zu dem einen, noch zu dem anderen tendiert.
Die anderen, glauben, nur durch die völlige Aufgabe jemals in deutschland akzeptiert zu werden, die anderen sagen "Deutschland" den Kampf, nach dem Motto: Ihr wollt uns nicht? Gut wir wollen euch auch nicht, aber bleiben werden wir trotzdem. Das letztere führt wohl zu dem Radikalismus ( der mit Freuden, von den radikalen Hocas und Imamen aufgefangen und weitergeführt wird..), von dem wir hier sprechen.

Beide Jugendlichen, haben m.E. ein ganz starkes Selbstwertproblem. Denn wenn man sich heute an dem messen muss, was man von Geburt ist oder welcher Religion man angehört, dann haben wir etwas falsch gemacht.
Also, lange Rede kruzer SInn Wink , diese Radikalität, ist zu großen Teilen, eine Auswirkung, des mangelnden Selbstwertgefühls. Jugendliche glauben, sich nur noch, durch ihre Zugehörigkeit einer Religion oder einer Nationalität irgendwie selbst aufwerten zu können, daran klammern sie sich und nur so glauben sie, sich beweisen zu können und jemand zu sein...

( Kleine Anekdote von mir:
Nach einem sehr frustrieredem Referat, bei dem meine Dozentin alles daran setzte alles was ich sagte auseinander zunehmen, kam eine Kommilitonin zu mir und sagte: Tja, du bist selbst Schuld, dass sie dich nicht mag, du hast dich "gegen" uns entschieden....Erst wusste ich nicht ganz was sie meinte, aber sie wurde dann noch etwas deutlicher....die Frage ist nur: Wer ist uns?
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