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Alkohol macht dick

03.06.2004 - (idw) Universität Leipzig

Telefonhotline: Anlässlich der von der Gastro-Liga initiierten Telefonhotline können Sie Prof. Mössner und seine Mitarbeiter zum Thema ''Alkohol und Ernährung'' konsultieren. Telefonnummern: 0341 97-12200 und 0341 97-12233
Zeit: 15. Juni 2004, 17:00 Uhr bis 19:00 Uhr

Alkohol und Sucht ist ein Problem, das den meisten gut bekannt ist. Alkohol und Übergewicht allerdings haben viele höchstens mal gehört. Dabei enthält Alkohol nach Fett die meisten Kalorien. Nicht umsonst spricht man im Volksmund vom Bierbauch, den so mancher Mann in den besten Jahren vor sich herträgt.

Denn Bier hat es in sich. Ein Liter Bier bringt es auf 470 kcal. Hinzu kommt, dass Bier auch ein Appetitanreger ist, so dass zusätzlich genossene Chips oder besonders fettreiche Nahrung ein Übriges tun. Auch dem Weintrinker geht es nicht besser: 1 Liter Wein mit durchschnittlich 10 % Alkohol enthält rund 660 kcal. Zum Vergleich: eine Tafel Schokolade hat ganze 550 kcal!

"Außerdem ist aus Alkohol keine positive Energie zu gewinnen", weiß Stoffwechselexperte Prof. Joachim Mössner von der Universität Leipzig. "Ich kann also nicht einfach Lebensmittel durch Alkohol ersetzen, wenn ich Kalorien sparen will. Das würde unweigerlich zu einer Mangelernährung führen."

Der durch die Vergärung von Zucker gewonnene Alkohol wird beim Abbau in der Leber bei hohem Sauerstoffverbrauch in Fett umgewandelt. Dabei fällt das Zellgift Acetaldehyd an, das im Prinzip alle am Alkoholabbau beteiligten Organe schädigen kann: Mund, Speiseröhre, Magen, Darm, Bauchspeicheldrüse, Niere, Blase, Haut, Blutgefäße und natürlich Leber und Gehirn. Hinzu kommen die bekannten Probleme, die sich aus dem Übergewicht ergeben: Zuckerkrankheit, Bluthochdruck, Gelenkbeschwerden. Von der Alkoholsucht haben wir ja bereits gesprochen.

Prof. Mössner kennt die Folgeerscheinungen genau, hat er doch in seiner Klinik ständig mit Patienten zu tun, die dem Alkohol über die Maßen zusprechen. ''Die meisten kommen zu spät", klagt er. "Denn wenn die Symptome erst einmal manifest sind, liegen in der Regel schon unumkehrbare Organschädigungen vor." Dann rät er von jedem weiteren Alkoholgenuss dringend ab. Denn ein moderates "Alkohol in Maßen, genossen zu besonderen Anlässen und in kleinen Mengen" das gilt nur für Gesunde.


weitere Informationen
Prof. Dr. Joachim Mössner
Telefon: 0341 97-12200
E-Mail: moej@medizin.uni-leipzig.de
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