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Herzspezialisten: Öffentlich Gebäude und Gaststätten müssen auch in Deutschland rauchfrei werden

06.10.2006 - (idw) Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.

30. Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, 17. Jahrestagung der Arbeits-gruppen Herzschrittmacher und Arrhythmie; 5. bis 7. Oktober, Nürnberg

Deutschland solle, wie viele andere europäische Länder auch, das Rauchen in öffentlichen Gebäuden und der Gastronomie verbieten, fordert die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie anlässlich ihrer Herbst-tagung in Nürnberg von der Politik. Neue wissenschaftliche Unterstützung für den Appell der Herzspezia-listen gibt es aus Italien und den USA: In Italien ging in den ersten fünf Monaten nach Inkrafttreten des Rauchverbots die Zahl der Herzinfarkte um beachtliche elf Prozent zurück, in Pueblo (Californien) betrug die Reduktion sogar mehr als 25 Prozent. Nürnberg, Freitag 6. Oktober 2006 - Einen dringenden Appell an die zuständigen Politiker, auch in Deutschland effektive und flächendeckende Rauchverbote einzuführen, wie dies in vie-len anderen europäischen Ländern bereits der Fall ist, richtet die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) anlässlich ihrer Herbsttagung in Nürnberg. "Als Mediziner, die täglich mit den krank machenden Folgen des Rauchens konfrontiert sind, sind wir besorgt darüber, dass der deutsche Gesetzgeber als einer der letzten in Europa die Bevölkerung nicht vor den Gefahren des Passivrauchens schützt", sagt Prof. Dr. Helmut Gohlke, federführender Autor eines Briefes an die Bundeskanzlerin, den 13 medizinische Fachgesellschaften und die deutsche Herzstiftung unterzeichnet haben mit dem Ziel: "Öffentliche Gebäude und Gaststätten müssen endlich auch in Deutschland rauchfrei werden."

Viele Argumente für die Rauchfreiheit

Für einen solchen Schritt sprechen aus Sicht der Herzspezialisten zahlreiche Argumente: So ist wissenschaftlich klar nachgewiesen, dass das Passivrauchen zu Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs, chronischen Lungenerkrankungen oder plötzlichem Kindstod führen kann. "Schon die hohen Behandlungskosten von Krebserkrankungen und Herzinfarkten machen es unabdingbar, die nachgewiesener Maßen effektiven Präventionsmaßnahmen in die Praxis umzusetzen", so Prof. Gohlke.
Mögliche fehlende Akzeptanz in der Bürger sei kein Argument gegen ein flächendeckendes Rauchverbot, sagt Prof. Gohlke: "In den anderen europäischen Ländern, in denen Einschränkungen des Rauchens in öffentlichen Gebäuden, Restaurants und Zügen bereits umgesetzt sind, waren diese Maßnahmen mit einer überwältigenden Zustimmung in der Bevölkerung verbunden."

Italien: Rückgang bei Herzinfarkten seit dem Rauchverbot

Wissenschaftliche argumentative Unterstützung für die Herzexperten kommt aus Italien, wo bereits im Januar 2005 ein umfassendes Rauchverbot in Kraft getreten ist. Die Folgen des Ge-setzes haben Wissenschafter unter die Lupe genommen, ihre Studie erschien vor wenigen Tagen im European Heart Journal.
Bereits in den ersten fünf Monaten nach der neuen Regelung, die Zigaretten aus allen öffentli-chen Gebäuden und Gastronomiebetrieben verbannte, ging die Zahl der Krankenhausaufnahmen wegen akutem Herzinfarkt gegenüber dem Vergleichszeitraum 2004 um elf Prozent zurück. Seit Inkrafttreten der Nichtraucherschutz-Gesetze ist in Italien der Verkauf von Zigaretten um knapp neun Prozent zurückgegangen.
Der größte Teil des Rückgangs der Zahl akuter Infarkte, berichtet Studienleiter Dr. Francesco Barone-Adesi, gehe auf die Reduktion des Passivrauchens zurück. "Es gibt also ganz klar auch sehr kurzfristige Benefits von Rauchverboten", so der italienische Forscher. "Den langfristigen Nutzen, insbesondere im Hinblick auf weitere Herz-Kreislauferkrankungen, chronische Lungen-erkrankungen und Krebs werden wir erst in einigen Jahren ermessen können."


Kontakt:
Prof. Dr. Eckart Fleck, Berlin (Pressesprecher der DGK)
Christiane Limberg, Düsseldorf (Pressereferentin der DGK, Tel.: 0211- 600 692 - 61; Fax: 0211- 600 692 - 67 ; Mail: limberg@dgk.org
Roland Bettschart, Bettschart & Kofler Medien- und Kommunikationsberatung GmbH; Mo-bil: 0043-676-6356775; bettschart@bkkommunikation.at
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Weitere Informationen: http://www.dgk.org
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